AG 34- Assistenzpersonal in der Kardiologie

AG 34

Herbsttagung 2009 der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie

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Die Sektion „Assistenz- und Pflegepersonal in der Kardiologie“ freut sich Ihnen auf dieser Seite die Postergewinner der Frühjahrstagung 2016 vorzustellen




v. l. n. r.: Preisträger 3. Preis: Marcel Mitlacher, Preisträger 2. Preis: Isabell Glöckler, Sophie Mehner, Sabrina Koch, Preisträger 1. Preis: Saskya Wildt, Sonderpreis: Nadine Menzel, Kathrin Hoppe, Prof. Dr. Christian W. Hamm (Foto: DGK/Thomas Hauss)

1. Preis: Saskya Wildt, M. Tröbs, K. Maier, C. Schlundt, S. Achenbach (Erlangen)



Checkliste zur Verbesserung der Patientensicherheit bei Koronarinterventionen – Ergebnisse und
Akzeptanz bei ärztlichem und nichtärztlichem Personal

S. Wildt1, M. Tröbs1, K. Maier1, C. Schlundt1, S. Achenbach1
1Medizinische Klinik 2 – Kardiologie, Angiologie, Universitätsklinikum Erlangen, Erlangen;
Hintergrund:
Checklisten können die Patientensicherheit durch Senkung der Rate unerwünschter Ereignisse insbesondere bei operativen Eingriffen signifikant verbessern. Im Kontext von Koronarinterventionen (PCI) wurde der Einsatz von Checklisten bisher kaum systematisch evaluiert. Methoden und Ergebnisse:
Eine einfache Checkliste zur systematischen Verifikation von 7 im Rahmen der perkutanen Koronarintervention sicherheitsrelevanten Punkten und zur Erinnerung an 4 zu klärende Fragen wurde entwickelt (siehe Tabelle 1) und ihr mandatorischer Einsatz unmittelbar vor jeder PCI implementiert. Über einen Zeitraum von 9 Monaten wurde die Verwendung der Checkliste und deren Ergebnisse bei 1343 konsekutiven PCIs systematisch dokumentiert. Zudem erfolgte bei Einführung und nach 9 Monaten eine anonyme Befragung zur Akzeptanz der zwingenden Verwendung einer Checkliste bei 11 Mitarbeitern des ärztlichen und 10 Mitarbeitern des Assistenzpersonals im Herzkatheterlabor.
Bei 1343 dokumentierten Prozeduren unter Verwendung einer Checkliste fand sich zumindest eine sicherheitsrelevante Auffälligkeit in 202 Fällen (15%): Am häufigsten betraf dies eine fehlende Medikation mit Acetylsalicylsäure (14%), seltener fand sich ein fehlender i.v. Zugang sowie die fehlende Verfügbarkeit
vorbereiteter Notfallmedikamente und Schrittmachersysteme (jeweils 0,2%).
Volle Akzeptanz für die Verwendung einer Checkliste fand sich bei 55% der ärztlichen Mitarbeiter bzw. des Assistenzpersonals bei Einführung deren systematischer Verwendung und bei 95% des Personals nach dem Beobachtungszeitraum von 9 Monaten (p=0,006).
Während bei Einführung der Checkliste nur 67% der Mitarbeiter überhaupt keine Bedenken hatten, den prozeduralen Ablauf im Katheterlabor bis zur vollständigen Klärung aller Punkte der Checkliste zu stoppen, stieg die Zahl nach 9 Monaten auf 95% an (p=0,035).
Schlussfolgerung:
Die Akzeptanz einer einfachen Checkliste zur Verbesserung der Patientensicherheit im Rahmen der perkutanen Koronarintervention ist hoch und verbessert sich im Lauf der konsequenten Anwendung noch weiter. Sie führt zudem zu einer Sensibilisierung ärztlicher und nicht-ärztlicher Mitarbeiter bezüglich der Patientensicherheit. Potentiell sicherheitsrelevante Auffälligkeiten werden durch die Checkliste vor einem nicht vernachlässigbaren Anteil der Prozeduren aufgedeckt.

2. Preis: Sabrina Koch, I. Glöckler, S. Mehner, T. Kreiser, N. Gürtler (Ulm)



Periproceduales Management bei Cryo PVI

S. Koch1, I. Glöckler1, S. Mehner2, T. Kreiser2, N. Gürtler2

1Klinik für Innere Medizin II, Universitätsklinikum Ulm, Ulm; 2Klinik für Innere Medizin II/Kardiologie/Herzkatheterlabor, Universitätsklinikum Ulm, Ulm;

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung und ist oft mit erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität verbunden.

Die Pulmonalvenenisolation ist ein fester Bestandteil in der Therapie des symptomatischen Vorhofflimmerns. Neben der Radiofrequenzablationstechnik hat sich mittlerweile die Pulmonalvenenisolation mit dem Cryoballon fest etabliert. Der Ballon der zweiten Generation zeigt in Studien konsistent Erfolgsraten zwischen 80-85% nach 1 Jahr. Durch Steigerung der Effizienz sind beim neuen Cryoballon jedoch auch die Verhinderung von Komplikationen, wie Phrenicusparese und thermische Ösophagus Läsionen in den Vordergrund getreten. Deshalb ist ein striktes Monitoring während der Untersuchung essentiell. Hierzu gehören das Phrenicus Monitoring, die Messung evozierter Diaphragmapotentiale (CMAP), die Messung der Ösophagus Temperatur, sowie Blutgasanalysen und ACT Kontrollen. Diese können zu einem erheblichen Teil durch das Assistenzpersonal durchgeführt oder zumindest unterstützt werden. In dieser Ausarbeitung zeigen wir auf wie dieses Monitoring praktisch durch das Assistenzpersonal durchgeführt werden kann. Durch enge Zusammenarbeit von Arzt und Assistenzpersonal können Komplikationen effektiv verhindert und damit die Patientensicherheit erhöht werden.

3. Preis: Marcel Mitlacher, J. Brachmann, C. Mahnkopf (Coburg)



Einsatz eines MR-tauglichen Videosystems bei kardialen MRT in der klinischen Routine

M. Mitlacher1, J. Brachmann1, C. Mahnkopf1 1II. Medizinische Klinik - Kardiologie, Angiologie, Pneumologie, Klinikum Coburg, Coburg;Hintergrund: Die kardiale Magnetresonanztomographie (cMRT) hat sich zu einem wichtigen diagnostischen bildgebenden Verfahren in der modernen Kardiologie entwickelt. Allerdings empfinden viele Patienten die Untersuchung durch lange Messzeiten und räumliche Enge als unangenehm und es müssen Sedativa verabreicht werden. Zudem werden häufig Untersuchungen frühzeitig durch die Patienten abgebrochen. Ziel: Ziel dieser Studie war es, den Einfluss eines MR-tauglichen Videosystems (Wardraypremise/MR6300 Video-Display) auf das subjektive Empfinden einer cMRT bei Patienten zu untersuchen. Material & Methoden: Insgesamt wurden 76 konsekutive Patienten in diese Analyse eingeschlossen. Davon waren 54 Männer (71%) und 22 Frauen (29%). Das Durchschnittsalter lag bei 63±6 Jahre.Alle Patienten hatten im Vorfeld bereits eine cMRT ohne Videosystem erlebt. Bei der aktuellen MRUntersuchung wurde das MR-Video-System eingesetzt. Anhand eines standardisierten Fragebogens wurden die Patienten zu den Unterschieden der beiden MR-Untersuchungen befragt. Folgende Fragen wurden mit Hilfe des Bogens beantwortet: 1. Empfanden Sie das Sehen eines Filmes während der Kardio- MRT- Untersuchung als angenehm? 2. Fühlte sich die Untersucherzeit durch den Film kürzer an? 3. Würden Sie sich wieder für das Videosystem während der MRT Untersuchung entscheiden? 4. Wie sprach Sie die Filmauswahl an? Die Fragen wurden nach dem Schulnotensystem von 1 – 5 bewertet: 1= sehr gut, 2= gut, 3= befriedigend, 4= ausreichend, 5= mangelhaft. Ergebnis: 41 Patienten (54%) empfanden das Sehen eines Filmes während der Untersuchung als sehr angenehm. Lediglich ein Patient (1,3%) bewertete dies unangenehm. 30 Patienten (39%) hatten den Eindruck einer verkürzten Untersuchungszeit. Ein Patient (1,3%) bewertet es als ausreichend. 48 Patienten (63,2%) würden sich wieder für eine cMRT mit einem Videosystem entscheiden, wo hingegen nur 2 Patienten (2,6%) das Videosystem ablehnen würden. Weiterhin fanden 34 Patienten (44,7%) unsere Filmauswahl sehr ansprechend. (Tabelle 1)

Tabelle 1: Absolute Häufigkeit der Notenvergabe bei den Fragen 1 bis 4

Note Note 1 Note 2 Note 3 Note 4 Note 5 k.A. Summe

Frage 1 41 30 4 0 1 0 76

Frage 2 30 32 12 1 0 1 76

Frage 3 48 22 2 1 2 1 76

Frage 4 34 27 8 5 2 0 76

Schlussfolgerung: Durch den Einsatz eines MR-tauglichen Videosystems konnte das subjektive Empfinden von Patienten während einer MRT- Untersuchung deutlich verbessert werden. Besonders die lange Untersuchungszeit und die räumliche Enge verloren hierbei an Bedeutung. Daher sollte der klinische Einsatz eines MR-tauglichen Videosystem insbesondere bei langen cMRT Untersuchungen und ängstlichen Patienten in Erwägung gezogen werden.

Sonderpreis der DGK: Nadine Menzel, K. Hoppe (Essen)



Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten für kardiologisches Assistenzpersonal innerhalb Europas

N. Menzel1, K. Hoppe2 1Herzkatheterlabor, Elisabeth-Krankenhaus Essen GmbH, Essen; 2Herzkatheterlabor, Contilia Herz- und Gefäßzentrum, Essen;

Das Poster wird die Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten Europas thematisieren und sich mit der Frage beschäftigen, was wir als kardiologisches Assistenzpersonal im Bezug auf Fortbildungen in der Zukunft erreichen wollen und wie wir dies umsetzten können. Außerdem werden wir die Bildungsangebote in Deutschland vorstellen, dazu zählen zum Beispiel die Arbeitsgemeinschaft 34 der DGK: „Sektion Assistenz - und Pflegepersonal in der Kardiologie“, sowie die Weiterbildung zum Kardiologischen Fachassistenten.Darauffolgend werden wir die Frage thematisieren, ob wir europaweit anerkannte Fortbildungen möchten,obwohl wir unterschiedlich ausgebildet sind. Welche Unterschiede gibt es? Gibt es Möglichkeiten sich länderübergreifend zu vernetzen und miteinander zu kommunizieren? Ja, wir haben bereits Angebote dieser Art. Unser Ziel ist es jetzt, diese bekannt zu machen und zu erweitern. Diesbezüglich werden wir zum Beispiel die Plattform „ Linked in“ vorstellen mit der Gruppe „ Nurses and Allied Professions of Cardiology“ vom ESC, die sich dies bereits zum Ziel gesetzt haben. Wir halten dies für ein spannendes, innovatives Thema, welches wir gerne im Rahmen der Posterpräsentation in Mannheim 2016 vorstellen möchten.

Das Copyright der Abstracts und abgedruckten Poster liegt selbstverständlich bei den namentlich angeführten Personen. Die "Sektion Assistenz- und Pflegepersonal in der Kardiologie" stellt lediglich die Plattform für die Information Ihrer Mitglieder zur Verfügung